Nehme jetzt einen 40 Stunden Zug von Varanassi nach Chennai. Zum Glück bin ich auf der Warteliste vorgerutscht und habe eine Sitz-/Liegeplatz.
Montag bin ich in Berlin.
Mittwoch, 24. September 2008
Donnerstag, 18. September 2008
Der Mosun
Monsun ist nicht gleich Monsun und bedeutet auch nicht dass es ununterbrochen schifft. Allerdings ist es auch meist nicht so wirklich trocken. In Chennai bedeutet der erste Regenschub, der Zwischenmonsun, nur dass es einmal die Woche ordentlich schuettet fuer ein paar Stunden und dann wars das erstmal. Als ich die Westkueste hochgereist bin, war es unten in Varkala am Stand noch schoen sonnig und es hat hoechstens nachts mal geregnet.
Ein Stueck weiter im Norden ist mir der grosse Regen in Fort Cochin begegnet. An meinem ersten Abend dort musste ich durch eine Strasse zu meinem Hotel, die knietief von Wasser ueberschwemmt war. Es geschah alles ganz ploetzlich, als ich ins Internetcafe ging, war noch alles bestens. Doch als ich nach Hause wollte, stand die Strasse unter Wasser und von oben kuebelte es wie verrueckt. Gut, dass ich meinen Regenschirm eingepackt hatte. Eigentlich um meinen Sonnenbrand tagsueber vor weitere Strahlenbelastung zu schuetzen, aber so konnte er endlich seine eigentlich Bestimmung erfuellen.
In Hampi im Landesinneren wurde es dann wunderschoen sonnig. Nur zwei kurze Schauer in drei Tagen waren vom Monsun zu spueren. Doch seitdem laesst mich der Regen hoechstens fuer ein paar Stunden in Ruhe. Das hat sicher auch dazu beigetragen, dass ich mich etwas erkaeltet habe.
Das schoene ist, ich komme direkt aus dem Monsun in den Herbstregen von Berlin, muss mich also kaum umstellen. Denn auch hier faellt der Regen meist von oben.
Ein Stueck weiter im Norden ist mir der grosse Regen in Fort Cochin begegnet. An meinem ersten Abend dort musste ich durch eine Strasse zu meinem Hotel, die knietief von Wasser ueberschwemmt war. Es geschah alles ganz ploetzlich, als ich ins Internetcafe ging, war noch alles bestens. Doch als ich nach Hause wollte, stand die Strasse unter Wasser und von oben kuebelte es wie verrueckt. Gut, dass ich meinen Regenschirm eingepackt hatte. Eigentlich um meinen Sonnenbrand tagsueber vor weitere Strahlenbelastung zu schuetzen, aber so konnte er endlich seine eigentlich Bestimmung erfuellen.
In Hampi im Landesinneren wurde es dann wunderschoen sonnig. Nur zwei kurze Schauer in drei Tagen waren vom Monsun zu spueren. Doch seitdem laesst mich der Regen hoechstens fuer ein paar Stunden in Ruhe. Das hat sicher auch dazu beigetragen, dass ich mich etwas erkaeltet habe.
Das schoene ist, ich komme direkt aus dem Monsun in den Herbstregen von Berlin, muss mich also kaum umstellen. Denn auch hier faellt der Regen meist von oben.
Mittwoch, 17. September 2008
Samstag, 6. September 2008
Strassenbilder
Samstag, 30. August 2008
In den Bergen ist es kühl
Die Western Ghats sind bis jetzt mein Lieblingsteil von Indien. Es ist hier angenehm kühl mit gut 20°, wunderbar ruhig und schön. Aus der Ebene steigen die Berge fast senkrecht auf und sind über und über mit Dschungel und Plantagen überzogen.
Heute habe ich zum ersten Mal einen Elefanten angefasst und bin auf ihr geritten. Unglaublich. Diese Tiere sind echt der Wahnsinn. Rauhe Haut mit Borsten, riesengroß und doch sehr vorsichtig.
Der Besuch im Gewürzgarten war auch wunderbar. Es regnete die ganze Zeit mehr oder weniger, während uns eine kleine Inderin in rosanem Sari Vanille, Kardamon, Banane, Muskatnuss, Ingwer, Kaffee, Kakao und unglaublich viel mehr Pflanzen zeigte.
Bilder gibt es leider erst in ein paar Tagen. Internet ist hier zu lahm und Susann und mein Zeitplan ist wirklich voll.
Heute habe ich zum ersten Mal einen Elefanten angefasst und bin auf ihr geritten. Unglaublich. Diese Tiere sind echt der Wahnsinn. Rauhe Haut mit Borsten, riesengroß und doch sehr vorsichtig.
Der Besuch im Gewürzgarten war auch wunderbar. Es regnete die ganze Zeit mehr oder weniger, während uns eine kleine Inderin in rosanem Sari Vanille, Kardamon, Banane, Muskatnuss, Ingwer, Kaffee, Kakao und unglaublich viel mehr Pflanzen zeigte.
Bilder gibt es leider erst in ein paar Tagen. Internet ist hier zu lahm und Susann und mein Zeitplan ist wirklich voll.
Donnerstag, 28. August 2008
Paul der Gecko
Aufbruch nach Kerala
Heute Abend reise ich mit Susann nach Kerala. Wir werden uns zuerst einen Nationalpark mit Dschungel und Elephanten ansehen und dann weiter zum Strand fahren. Danach werde ich alleine weiter ziehen. Ein ganzer Monat durch Indien steht mir bevor und ich habe noch keine wirklich Ahnung wo ich wann hinfahre.
Susann sucht sich in der Zeit dann einen neuen Job, weil sie bis November noch hierbleiben will. Aber die Aussichten sind eher mittelmäßig einen gutbezahlten Job zu finden.
Unsere Beziehung ist vorbei, das läßt sich nicht mehr leugnen. Ich bin mal gespannt wie wir es die nächsten Tage miteinander aushalten.
Susann sucht sich in der Zeit dann einen neuen Job, weil sie bis November noch hierbleiben will. Aber die Aussichten sind eher mittelmäßig einen gutbezahlten Job zu finden.
Unsere Beziehung ist vorbei, das läßt sich nicht mehr leugnen. Ich bin mal gespannt wie wir es die nächsten Tage miteinander aushalten.
Freitag, 22. August 2008
SMS Spam bei Twitter - BEST RATES!!
Vielleicht habt ihr ja die nette kleine Box rechts mit den vielen kurzen Texten schon entdeckt. Das sind kurze Nachrichten die ich zwischendurch per Handy an Twitter schicke. Das schöne daran ist, ich bin vom Internet unabhängig.
Ich will damit nicht nur die Möglichkeit haben zwischendurch kleine Mitteilungen zu machen. Nein, ihr sollt auch am wunderbaren SMS Spam teilhaben, den ich so bekomme. Davon bekomme ich jeden Tag Unmengen und die schönsten leite ich dann gleich weiter.
Ihr könnt bei Twitter sogar einstellen, dass ihr alles was ich dahin schicke gleich als SMS bekommt.
Ich will damit nicht nur die Möglichkeit haben zwischendurch kleine Mitteilungen zu machen. Nein, ihr sollt auch am wunderbaren SMS Spam teilhaben, den ich so bekomme. Davon bekomme ich jeden Tag Unmengen und die schönsten leite ich dann gleich weiter.
Ihr könnt bei Twitter sogar einstellen, dass ihr alles was ich dahin schicke gleich als SMS bekommt.
Auf den Straßen von Chennai
Mittwoch, 20. August 2008
Funkstille und Umwälzungen
In der letzten Woche war es hier ziemlich ruhig. Nein, ich habe das hier nicht aufgegeben und ich bin auch noch da. Die Umstände waren nur einfach ungünstig.
Das Internet zuhause war abgeschaltet und geht erst seit heute wieder. Wir hatten einfach vergessen es zu bezahlen und mussten auch erstmal herausfinden wie das geht. Zum Glück ist hier um die Ecke das Büro von Hathway, wo man dann ganz unkompliziert für den nächsten Monat den Anschluss in bar bezahlen kann. Auf Arbeit bekommendie Admins so langsam die Oberhand, denn die Internetzensur zu umgehen wird immer schwieriger und funktioniert nur noch mit weniger Seiten.
Davon abgesehen hatte ich auch in meiner Beziehung so einiges zu bewältigen. Da ist auch noch lange nicht alles gegessen. Und der Hammer kam gestern. Unsere Firma hat den Auftrag für das Projekt verloren. Als Konsequenz bin ich jetzt ohne Job, werde aber noch eine Weile bezahlt. Das bedeutet hoffentlich ich habe mehr Gelegenheit das Land kennenzulernen.
Das Internet zuhause war abgeschaltet und geht erst seit heute wieder. Wir hatten einfach vergessen es zu bezahlen und mussten auch erstmal herausfinden wie das geht. Zum Glück ist hier um die Ecke das Büro von Hathway, wo man dann ganz unkompliziert für den nächsten Monat den Anschluss in bar bezahlen kann. Auf Arbeit bekommendie Admins so langsam die Oberhand, denn die Internetzensur zu umgehen wird immer schwieriger und funktioniert nur noch mit weniger Seiten.
Davon abgesehen hatte ich auch in meiner Beziehung so einiges zu bewältigen. Da ist auch noch lange nicht alles gegessen. Und der Hammer kam gestern. Unsere Firma hat den Auftrag für das Projekt verloren. Als Konsequenz bin ich jetzt ohne Job, werde aber noch eine Weile bezahlt. Das bedeutet hoffentlich ich habe mehr Gelegenheit das Land kennenzulernen.
Sonntag, 10. August 2008
Sunday Afternoon at the Marina Beach
Ein Mann aus Chennai packt Sonntags Kind und Kegel ein und ab geht's an den Strand. Aber nicht zum Sonnen und Schwimmen. Sonne war eh nicht, wie man sieht. Und Schwimmen ist auch hier nicht so richtig empfehlenswert. Das Wasser ist sehr verschmutzt, die Brandung stark und es herrscht eine Unterströmung. Also planscht man höchstens ein bisschen in der Brandung, isst bei den fliegenden Händlern, sitzt im Sand und schaut aufs Meer.

Marina Beach ist der zweitlängste der Welt und lang ist er wirklich. Auch seine Breite und der gelbe Sand sind wunderbar. An kleinen Buden kann man mit dem Luftgewehr auf farbige Luftballons schiessen. An den Rändern des Strandes sieht man die Fischer samt ihren ärmlichen Schilfhütten und langen Booten. Fünf bis sechs Mann sind nötig um ein Boot schnell durch die hohe Brandung ins Meer zu befördern. Die anschiebenden sind dabei nicht weit von der schon laufenden Schiffsschraube entfernt und hechten ins Boot sobald das Wasser tief genug ist.

Vor den Händlern kann man sich kaum retten. Es gibt so ein paar typische Erscheinungen. Der Drachenhändler versucht einem den Drachen anzudrehen, der sich in der frischen Seeluft bewegt. Frischer Kaffe aus einem großen Blechsamowar wird ausgeschenkt. Der Zuckerwattehändler trägt eine unglaubliche Menge davon in kleinen durchsichtigen Plastiktüten und allen Farben. Große Luftballons in allen Farben und Formen erfreuen die Kinder, denen die Väter eine Freude machen wollen. Ansonsten ist Mais ein beliebter Snack am Strand. Die Händler sind meist jung und zwischen 10 und 30 Jahre alt. Die meisten machen mit lautem Glockenläuten und Rufen auf sich und ihr Angebot aufmerksam.
Bettler nehmen ein paar Münzen dafür, dass man sich ihr Elend nicht länger anschauen muss und sie weiterziehen.

Gruppen von wohlhabenden Jungs gehen voll angezogen, nur die mutigsten ziehen ihr Hemd oder T-Shirt aus, in die Brandung und schmeissen sich gegenseitig laut johlend in die Wellen.
Paare gehen bis kurz über den Knöchel ins Wasser und setzen sich danach an den Strand bis die Füsse und Kleider wieder trocken sind.

Marina Beach ist der zweitlängste der Welt und lang ist er wirklich. Auch seine Breite und der gelbe Sand sind wunderbar. An kleinen Buden kann man mit dem Luftgewehr auf farbige Luftballons schiessen. An den Rändern des Strandes sieht man die Fischer samt ihren ärmlichen Schilfhütten und langen Booten. Fünf bis sechs Mann sind nötig um ein Boot schnell durch die hohe Brandung ins Meer zu befördern. Die anschiebenden sind dabei nicht weit von der schon laufenden Schiffsschraube entfernt und hechten ins Boot sobald das Wasser tief genug ist.
Vor den Händlern kann man sich kaum retten. Es gibt so ein paar typische Erscheinungen. Der Drachenhändler versucht einem den Drachen anzudrehen, der sich in der frischen Seeluft bewegt. Frischer Kaffe aus einem großen Blechsamowar wird ausgeschenkt. Der Zuckerwattehändler trägt eine unglaubliche Menge davon in kleinen durchsichtigen Plastiktüten und allen Farben. Große Luftballons in allen Farben und Formen erfreuen die Kinder, denen die Väter eine Freude machen wollen. Ansonsten ist Mais ein beliebter Snack am Strand. Die Händler sind meist jung und zwischen 10 und 30 Jahre alt. Die meisten machen mit lautem Glockenläuten und Rufen auf sich und ihr Angebot aufmerksam.
Bettler nehmen ein paar Münzen dafür, dass man sich ihr Elend nicht länger anschauen muss und sie weiterziehen.
Gruppen von wohlhabenden Jungs gehen voll angezogen, nur die mutigsten ziehen ihr Hemd oder T-Shirt aus, in die Brandung und schmeissen sich gegenseitig laut johlend in die Wellen.
Paare gehen bis kurz über den Knöchel ins Wasser und setzen sich danach an den Strand bis die Füsse und Kleider wieder trocken sind.
Dieses kleine Mädchen ist lange zur Musik der Trommeln auf dem Seil hin- und herspaziert. Dabei hatte sie ständig diese Vase auf dem Kopf und mit einem Fuss noch einen Blechteller mitgenommen. Und dann kamen die Sequenzen in denen sie wie im Video zu sehen gewackelt hat. Ich habe sie eine Woche später an einem anderen Strand der Stadt wieder gesehen.
Donnerstag, 7. August 2008
Corporate Indernetz
Bei Indien denkt man ja inzwischen oft an die ominösen Computer-Inder. Computer haben sie hier und zwar jede Menge. Leider ist das dazu äußerst wichtige Internet hier ein bisschen schwieriger verfügbar.
Für zuhause gibts DSL oder wo das nicht geht Internetper Kabelanschluss. Bei uns kommt ein Coaxialkabel durch ein Loch neben dem Fenster und verschwindet dann in den Bäumen. Immerhin kommt Netz raus. Wir haben sogar eine feste IP-Adresse.
Die ganze Firma teilt sich den gleichen lahmen 256 kbit/s Kabelanschluss um ins Internet zu kommen. Oder zumindest kommt maximal so viel bei mir an. D.h. wenn ich 20 bis 30 kByte/s Download bekomme bin ich glücklich. Das wäre ja noch zu verschmerzen, da ich keine besonders großen Dateien hin- und herschieben muss. Aber das Netz ist auch für meinen Arbeitsgebrauch zu lahm. Wenn ich an einer Übersetzung arbeit muss ich natürlich immer mal wieder Worte nachschlagen. Die Firma weigert sich Wörterbücher zu kaufen, weil ja ein Netzanschluss vorhanden ist. Wir sind also dazu verdammti regelmäßig minutenlang darauf zu warten, dass dict.leo.org Ergebnisse ausspuckt. Die Hälfte der Leute benutzt Skype auch für die Arbeit. Die Gespräche reissen oft ab oder sind voller Störungen, weil die Bandbreite nicht ausreicht.
An Langsamkeit kann ich mich gut gewöhnen, habe ich doch Modemzeiten noch gut in Erinnerung. Viel anstrengender ist die Internetzensur durch die Firma. Sie setzen eine Software namens SonicWall ein um uns den Zugang zu vermeintlich ablenkenden und schädlichen Inhalten (Webmail, Flashspiele, Nachrichtenseiten, Wetter, Pornos, Blogs, Foren, Softwareseiten, Hacking) zu verbieten. Das große Problem, dass durch dieses Misstrauen und Kontrollieren entsteht ist, dass die Leute das Netz nicht mal für arbeitsrelevante Dinge richtig nutzen können. Neben mir sitzt ein Flash/Flex Programmierer, der oft Codebeispiele und Referenzen nachschlägt. Aber ein Drittel der Seiten, die er aufrufen will ist gesperrt. Wie soll der Mann denn vernünftig arbeiten? So geht es sogar mir als Übersetzer. Gestern wollte ich ein lateinisches Wort nachschlagen, aber zwei von drei online Lateinwörterbüchern waren blockiert. Es gibt keinen im Büro, der durch den Internetfilter nicht schon mal an seiner Arbeit behindert wurde.
Die Netzzensur zu umgehen war also meine erste Herausforderung am Arbeitsplatz. Man kann kompliziert und langwierig ein Passwort beantragen mit dem man einiger der Filter freischalten kann, aber nicht alle. Selbst ist der Mann und so habe ich mir meinen Weg in die Freieheit erkämpft.
Sehr begrenzt, aber sofort kann man Google zur Umgehung einsetzen. Man sucht einfach nach Seiten in Google und klickt dann auf im Cache anstatt auf den Link. Und schon landet man auf einer Kopie der Seite, die auf Googles Servern liegt. Für Seiten mit interaktivem Inhalt und Bildern ist das nicht so toll, aber ist schon oft hilfreich.
Glücklicherweise ist auf unseren Rechnern Mozilla Firefox als Browser installiert. Der erlaubt das installieren unzähliger Plug-Ins, ohne dass man Administratorrechte braucht.
Zwei Add-ons für Firefox habe ich zur Zeit im Einsatz: Tor-Proxy.NET und PhProxy - InBasic. Beide haben unterschiedliche Stärken und Schwächen und beide erlauben auch nicht die Nutzung aller Seiten. So funktioniert z.B. Posts auf blogger.com schreiben mit keinem von beiden.
PhProxy benutzt offene Webbasierte Proxies über die man sich dann mit der Seite, die man aufruft verbindet. Der Proxy reicht dabei die Daten einfach weiter. Allerdings sind die meisten Proxies, die PhProxy mitbringt auch gesperrt. D.h. ich bin alle paar Tage damit beschäftigt einen funktionierenden auszusuchen. Ein weiterer Nachteil ist, dass man immer neuen Betreibern der Proxies vertrauen muss keine bösen Absichten zu haben. Also meine Kreditkartendaten würde ich in einer solche Verbindung nicht anvertrauen.
Tor-Proxy.NET funktioniert technisch ähnlich, hab aber eine robustere Infrastruktur hinter sich und kann nur sehr schwer blockiert werden. Die Verbindung wird nicht nur über einen Proxy, sondern über ein verschlüsseltes weltweites Netzwerk hergestellt. Es funktioniert immer, ist aber deutlich langsamer und einige Seiten gehen nicht. Dafür ist die Sicherheit etwas höher. Hier muss man nämlich nur einem vertrauen.
Für zuhause gibts DSL oder wo das nicht geht Internetper Kabelanschluss. Bei uns kommt ein Coaxialkabel durch ein Loch neben dem Fenster und verschwindet dann in den Bäumen. Immerhin kommt Netz raus. Wir haben sogar eine feste IP-Adresse.
Die ganze Firma teilt sich den gleichen lahmen 256 kbit/s Kabelanschluss um ins Internet zu kommen. Oder zumindest kommt maximal so viel bei mir an. D.h. wenn ich 20 bis 30 kByte/s Download bekomme bin ich glücklich. Das wäre ja noch zu verschmerzen, da ich keine besonders großen Dateien hin- und herschieben muss. Aber das Netz ist auch für meinen Arbeitsgebrauch zu lahm. Wenn ich an einer Übersetzung arbeit muss ich natürlich immer mal wieder Worte nachschlagen. Die Firma weigert sich Wörterbücher zu kaufen, weil ja ein Netzanschluss vorhanden ist. Wir sind also dazu verdammti regelmäßig minutenlang darauf zu warten, dass dict.leo.org Ergebnisse ausspuckt. Die Hälfte der Leute benutzt Skype auch für die Arbeit. Die Gespräche reissen oft ab oder sind voller Störungen, weil die Bandbreite nicht ausreicht.
An Langsamkeit kann ich mich gut gewöhnen, habe ich doch Modemzeiten noch gut in Erinnerung. Viel anstrengender ist die Internetzensur durch die Firma. Sie setzen eine Software namens SonicWall ein um uns den Zugang zu vermeintlich ablenkenden und schädlichen Inhalten (Webmail, Flashspiele, Nachrichtenseiten, Wetter, Pornos, Blogs, Foren, Softwareseiten, Hacking) zu verbieten. Das große Problem, dass durch dieses Misstrauen und Kontrollieren entsteht ist, dass die Leute das Netz nicht mal für arbeitsrelevante Dinge richtig nutzen können. Neben mir sitzt ein Flash/Flex Programmierer, der oft Codebeispiele und Referenzen nachschlägt. Aber ein Drittel der Seiten, die er aufrufen will ist gesperrt. Wie soll der Mann denn vernünftig arbeiten? So geht es sogar mir als Übersetzer. Gestern wollte ich ein lateinisches Wort nachschlagen, aber zwei von drei online Lateinwörterbüchern waren blockiert. Es gibt keinen im Büro, der durch den Internetfilter nicht schon mal an seiner Arbeit behindert wurde.

Die Netzzensur zu umgehen war also meine erste Herausforderung am Arbeitsplatz. Man kann kompliziert und langwierig ein Passwort beantragen mit dem man einiger der Filter freischalten kann, aber nicht alle. Selbst ist der Mann und so habe ich mir meinen Weg in die Freieheit erkämpft.
Sehr begrenzt, aber sofort kann man Google zur Umgehung einsetzen. Man sucht einfach nach Seiten in Google und klickt dann auf im Cache anstatt auf den Link. Und schon landet man auf einer Kopie der Seite, die auf Googles Servern liegt. Für Seiten mit interaktivem Inhalt und Bildern ist das nicht so toll, aber ist schon oft hilfreich.
Glücklicherweise ist auf unseren Rechnern Mozilla Firefox als Browser installiert. Der erlaubt das installieren unzähliger Plug-Ins, ohne dass man Administratorrechte braucht.
Zwei Add-ons für Firefox habe ich zur Zeit im Einsatz: Tor-Proxy.NET und PhProxy - InBasic. Beide haben unterschiedliche Stärken und Schwächen und beide erlauben auch nicht die Nutzung aller Seiten. So funktioniert z.B. Posts auf blogger.com schreiben mit keinem von beiden.
PhProxy benutzt offene Webbasierte Proxies über die man sich dann mit der Seite, die man aufruft verbindet. Der Proxy reicht dabei die Daten einfach weiter. Allerdings sind die meisten Proxies, die PhProxy mitbringt auch gesperrt. D.h. ich bin alle paar Tage damit beschäftigt einen funktionierenden auszusuchen. Ein weiterer Nachteil ist, dass man immer neuen Betreibern der Proxies vertrauen muss keine bösen Absichten zu haben. Also meine Kreditkartendaten würde ich in einer solche Verbindung nicht anvertrauen.Tor-Proxy.NET funktioniert technisch ähnlich, hab aber eine robustere Infrastruktur hinter sich und kann nur sehr schwer blockiert werden. Die Verbindung wird nicht nur über einen Proxy, sondern über ein verschlüsseltes weltweites Netzwerk hergestellt. Es funktioniert immer, ist aber deutlich langsamer und einige Seiten gehen nicht. Dafür ist die Sicherheit etwas höher. Hier muss man nämlich nur einem vertrauen.
Dienstag, 5. August 2008
Dress Code Policy in the Workplace
Michel: Heisst das, du läufst ab jetzt immer im frisch gebügelten Hemd durch die Gegend?Ja, genau das bedeutet es. Es gibt nämlich einen einigermaßen strengen Dresscode auf der Arbeit. An diesen muss ich mich auch halten. Was bedeutet hat, dass ich am Abend nach meinem ersten Arbeitstag erstmal ein paar ordentliche Hosen und Hemden kaufen gegangen bin. Bei den Hosen habe ich noch eine ganz gute Auswahl getroffen, bei den Hemden bereue ich jetzt etwas die mit mir rumzuschleppen. Aber ohne geht's nicht. So abgerissen wie wir in Deutschland rumlaufen, das irritiert die Inder öfter mal. Denn die achten meistens auf ihr Aussehen. Das Wort Schampoo kommt schliesslich aus dem Hindi. Und ich habe morgens schon Bettler auf der Straße eingeseift mit Waschschüssel gesehen.
Damit nicht jeder rumläuft wie er will, gibt es eine Dresscode Policy auf Arbeit. Es gibt zwei Kategorien: formal und casual, wobei nur am letzten Arbeitstag der Woche casual gilt.
Business Formals:Zum Glück hatte mir Susann als einen ihrer wenigen Tipps noch gesagt, ich solle schicke Schuhe mitbringen. Das habe ich dann auch getan. Allerdings war ich ein bisschen enttäuscht, dass nicht an jeder Ecke ein Schuhputzer sitzt, wo man sich die staubigen Treter polieren lassen kann. Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen gesehen. Dafür aber jede Menge der blauen Bügelwagen, wo man für 2,5 Rs. sein Hemd oder Hose gebügelt bekommt.
For MEN: Formal Shirts with full length Trousers and formal Shoes.
For WOMEN: Saree, Salwar kameez, Suit, full length formal Skirt or Trousers with
formal Shirts.
Business Casuals:So sagen es die Regeln zu mindest. Aber bis jetzt hat noch keiner der beiden anderen deutschen Praktikanten wegen kurzärmligen Hemden, Sandalen oder Jeans eine Ermahnun bekommen. Obwohl doch recht drastische Konsequenzen drohen:
For MEN: Jeans, Full length trousers Collar T Shirts or Shirts with Sleeves.
For WOMEN: Jeans, Full length trousers, T Shirt or Shirts and Long Skirts.
Dreimal muss also erwischt werden und man fliegt. Ist aber jetzt nicht mehr schlimm. Mein letzter Arbeitstag ist Montag und werde ich nur mein Praktikumszeugnis schreiben.
- For the first non compliance on the policy, the employee will be issued a non
- conformance ticket (warning notice).
- For the second non compliance on the policy, the employee will be marked LOP for the day.
- For the third non compliance on the policy his services from the company will be terminated without issue of relieving letter.
Futter bei die Tempelfische
Direkt neben einem großen Tempel gar nicht weit entfernt von uns, befindet sich ein großes Becken. Es sieht zwar so aus, als ob die Stufen am Rand zum Baden gedacht wären, aber das tut hier keiner. Sicher hat der Zaun mit Stacheldraht damit zu tun. Es gibt aber in diesem trüben Gewässer jede Menge Karpfen.
Die Tempelbesucher machen sich einen Spass daraus sie mit Puffreisbällchen zu füttern. Die Fische kloppen sich wie bekloppt um die Chance daran nagen zu dürfen. Teilweise springen sie dabei bis auf die Treppenstufen.
Die Tempelbesucher machen sich einen Spass daraus sie mit Puffreisbällchen zu füttern. Die Fische kloppen sich wie bekloppt um die Chance daran nagen zu dürfen. Teilweise springen sie dabei bis auf die Treppenstufen.
Mordende Hippiebanden
Hippies haben in Indien ein schlechtes Image. Das liegt vor allem daran, dass sie sich in Goa seit den 60ern nicht besonders kulturell angepasst haben. Die Nacktbader an den Stränden locken Spanner aus ganz Indien an. Auch sonst hat der Hippie nur schlechtes nach Indien gebracht. Freie Liebe ist wie ein Schock für Menschen, die arrangierte Ehen normal finden und ihren Ehepartner noch nie nackt gesehen haben. Drogen- und Junkietourismus haben dazu geführt dass hier sehr strenge Gesetze hersschen. Für ein bisschen Gras, hier nennt man es Ganja, wandert man mal eben 10 Jahre in den Bau. Da verkneift man sich doch den Joint glatt für ein paar Monate. Kurz gesagt, der Hippie verkörpert alles, was schlechtes aus dem Westen kam.
Gar keine Freunde haben sich auch eine Gruppe Deutsche gemacht, deren Geschichte ich euch erzählen will.
Eine deutsche Bekannte hier vor Ort traf auf ein paar traurig dreinblickende Deutsche in einem Café in Chennai. Nachdem sie ihr erzählt hatten, wie sie mit dem VW-Bus eine lange Tour von Deutschland bis hierher unternommen hatten, aber trotzdem keine gute Laune aufkommen wollte, hakte sie nach. Durch ihre unnachahmlich sympathische Art erfuhr sie schliesslich, dass der Hippiebus mitten in der Nacht einen Fussgänger überfahren hatte. Sie haben angehalten um ihm zu helfen, aber es war zu spät. Umringt von einer Traube Einheimischer, Polizei und ein paar Weissen verstarb das Opfer noch vor Ort. Für die Deutschen ging es jetzt natürlich erst richtig los. Und zwar ab auf die Polizeiwache.
Doch sie hatten einigermaßen Glück und kamen auf Kaution raus bis zu ihrem Gerichtsverfahren, durften aber Chennai nicht verlassen. Und so saßen sie dann da, in einem Café und warteten die Zeit ab. Der konsultierte Anwalt hatte ihnen mitgeteilt, ihre einzige Chance sei sich schuldig zu bekennen und ein Jahr Gefängnis abzusitzen. Für eine andere Lösung mit bakhshi (Schmiergeld) war es schon zu spät.
Gar keine Freunde haben sich auch eine Gruppe Deutsche gemacht, deren Geschichte ich euch erzählen will.
Eine deutsche Bekannte hier vor Ort traf auf ein paar traurig dreinblickende Deutsche in einem Café in Chennai. Nachdem sie ihr erzählt hatten, wie sie mit dem VW-Bus eine lange Tour von Deutschland bis hierher unternommen hatten, aber trotzdem keine gute Laune aufkommen wollte, hakte sie nach. Durch ihre unnachahmlich sympathische Art erfuhr sie schliesslich, dass der Hippiebus mitten in der Nacht einen Fussgänger überfahren hatte. Sie haben angehalten um ihm zu helfen, aber es war zu spät. Umringt von einer Traube Einheimischer, Polizei und ein paar Weissen verstarb das Opfer noch vor Ort. Für die Deutschen ging es jetzt natürlich erst richtig los. Und zwar ab auf die Polizeiwache.
Doch sie hatten einigermaßen Glück und kamen auf Kaution raus bis zu ihrem Gerichtsverfahren, durften aber Chennai nicht verlassen. Und so saßen sie dann da, in einem Café und warteten die Zeit ab. Der konsultierte Anwalt hatte ihnen mitgeteilt, ihre einzige Chance sei sich schuldig zu bekennen und ein Jahr Gefängnis abzusitzen. Für eine andere Lösung mit bakhshi (Schmiergeld) war es schon zu spät.
Montag, 4. August 2008
Billig, billig, lecker, lecker!
Dritte Welt bedeutet oft Armut vieler und Reichtum weniger. Ob Indien jetzt dritte Welt oder Schwellenland ist oder unterschiedliche Regionen in verschiedene Kategorien passen, darüber kann man natürlich streiten. Die Unterschiede sind hier aber schon extrem. Worüber man aber nicht streiten kann sind die günstigen Preise.
Ein super leckerer Kaffe im Stehen an der Eckbar kostet 4 Rs. also 0,06 €.
Ein Hemd bügeln im blauen Bügelwagen am Strassenrand macht 2,5 Rs. also 0,04 €.
Eine SMS innerhalb Indiens verschicken kostet 0,5 Rs. das kann man in € gar nicht mehr ausdrücken: 0,008 €.
Mein Mitbewohner hat echte Chucks für ca. 8 € in einem Schlussverkauf ergattern können.
Natürlich ist nicht alles so billig. iPhones kosten z.B. dasselbe wie bei uns. Aber man kann hier schon echt sehr ordentlich von wenig Geld leben.
Ein super leckerer Kaffe im Stehen an der Eckbar kostet 4 Rs. also 0,06 €.
Ein Hemd bügeln im blauen Bügelwagen am Strassenrand macht 2,5 Rs. also 0,04 €.
Eine SMS innerhalb Indiens verschicken kostet 0,5 Rs. das kann man in € gar nicht mehr ausdrücken: 0,008 €.
Mein Mitbewohner hat echte Chucks für ca. 8 € in einem Schlussverkauf ergattern können.
Natürlich ist nicht alles so billig. iPhones kosten z.B. dasselbe wie bei uns. Aber man kann hier schon echt sehr ordentlich von wenig Geld leben.
Samstag, 2. August 2008
Duschen, die tägliche Körperpflege
Ich bleibe feucht nach dem Duschen. Simples Duschen funktioniert hier anders als im trauten Berlin. Wir haben zwar warmes Wasser, aber das habe ich noch nie benutzt. Denn selbst das kalte hat sicher eine Temperatur von fast 30°. Auf jeden Fall genau die Temperatur, die man braucht um sich den klebrigen Schweiss von der Haut zu kratzen und sich dabei noch ein bisschen zu erfrischen. Die Dusche ist großzügig und macht das ganze Bad nass, was abgesehen vom nassen Handtuch kein großes Problem wäre. Nur leider ist der Boden nicht eben und so bildet sich in einer Ecke fern des Abflusses ein kleiner See. Ist man dann zu faul den trockenzulegen wachsen darin so schnell Algen und Schimmel, dass man dabei zuschauen kann.
Das Abtrocknen kann man sich danach auch fast sparen. Ist die Luftfeuchtigkeit doch nach dem Duschen so hoch, dass sie direkt am Körper kondensiert. Jedenfalls glaube ich das. Es könnte natürlich auch sein, dass ich mich dabei so anstrenge, dass der nächste Schweissausbruch meinen Körper überfällt.
Auf Reinlichkeit wird hier großen Wert gelegt, selbst die Bettler waschen sich morgens zum Teil ausgiebig. Der leicht besser gestellte Inder reinigt sich anscheinend mindestens zweimal täglich. Das ist auf jeden Fall häufiger als ich es tue. Zweimal duschen pro Tag ist bei mir noch nicht die Regel.
Bleibt schön sauber in der Heimat!
Das Abtrocknen kann man sich danach auch fast sparen. Ist die Luftfeuchtigkeit doch nach dem Duschen so hoch, dass sie direkt am Körper kondensiert. Jedenfalls glaube ich das. Es könnte natürlich auch sein, dass ich mich dabei so anstrenge, dass der nächste Schweissausbruch meinen Körper überfällt.
Auf Reinlichkeit wird hier großen Wert gelegt, selbst die Bettler waschen sich morgens zum Teil ausgiebig. Der leicht besser gestellte Inder reinigt sich anscheinend mindestens zweimal täglich. Das ist auf jeden Fall häufiger als ich es tue. Zweimal duschen pro Tag ist bei mir noch nicht die Regel.
Bleibt schön sauber in der Heimat!
frist p0st!!!111!
Endlich ist das Blog am Start! Eine ganze Woche habe ich dafür gebraucht, das Ding endlich zu erstellen. Auf Arbeit hatte ich es zwischendurch mal probiert, aber bin dann am Internetfilter gescheitert. Dazu schreibe ich aber beizeiten einen eigenen Artikel. Die ganze erste Woche hast sich Material gesammelt für einige Postings. Mein Ziel ist pro Tag eine Sache zu posten. Reinschauen soll sich ja auch lohnen für euch.
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