Sonntag, 10. August 2008

Sunday Afternoon at the Marina Beach

Ein Mann aus Chennai packt Sonntags Kind und Kegel ein und ab geht's an den Strand. Aber nicht zum Sonnen und Schwimmen. Sonne war eh nicht, wie man sieht. Und Schwimmen ist auch hier nicht so richtig empfehlenswert. Das Wasser ist sehr verschmutzt, die Brandung stark und es herrscht eine Unterströmung. Also planscht man höchstens ein bisschen in der Brandung, isst bei den fliegenden Händlern, sitzt im Sand und schaut aufs Meer.


Marina Beach ist der zweitlängste der Welt und lang ist er wirklich. Auch seine Breite und der gelbe Sand sind wunderbar. An kleinen Buden kann man mit dem Luftgewehr auf farbige Luftballons schiessen. An den Rändern des Strandes sieht man die Fischer samt ihren ärmlichen Schilfhütten und langen Booten. Fünf bis sechs Mann sind nötig um ein Boot schnell durch die hohe Brandung ins Meer zu befördern. Die anschiebenden sind dabei nicht weit von der schon laufenden Schiffsschraube entfernt und hechten ins Boot sobald das Wasser tief genug ist.


Vor den Händlern kann man sich kaum retten. Es gibt so ein paar typische Erscheinungen. Der Drachenhändler versucht einem den Drachen anzudrehen, der sich in der frischen Seeluft bewegt. Frischer Kaffe aus einem großen Blechsamowar wird ausgeschenkt. Der Zuckerwattehändler trägt eine unglaubliche Menge davon in kleinen durchsichtigen Plastiktüten und allen Farben. Große Luftballons in allen Farben und Formen erfreuen die Kinder, denen die Väter eine Freude machen wollen. Ansonsten ist Mais ein beliebter Snack am Strand. Die Händler sind meist jung und zwischen 10 und 30 Jahre alt. Die meisten machen mit lautem Glockenläuten und Rufen auf sich und ihr Angebot aufmerksam.
Bettler nehmen ein paar Münzen dafür, dass man sich ihr Elend nicht länger anschauen muss und sie weiterziehen.


Gruppen von wohlhabenden Jungs gehen voll angezogen, nur die mutigsten ziehen ihr Hemd oder T-Shirt aus, in die Brandung und schmeissen sich gegenseitig laut johlend in die Wellen.
Paare gehen bis kurz über den Knöchel ins Wasser und setzen sich danach an den Strand bis die Füsse und Kleider wieder trocken sind.



Dieses kleine Mädchen ist lange zur Musik der Trommeln auf dem Seil hin- und herspaziert. Dabei hatte sie ständig diese Vase auf dem Kopf und mit einem Fuss noch einen Blechteller mitgenommen. Und dann kamen die Sequenzen in denen sie wie im Video zu sehen gewackelt hat. Ich habe sie eine Woche später an einem anderen Strand der Stadt wieder gesehen.

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