Hippies haben in Indien ein schlechtes Image. Das liegt vor allem daran, dass sie sich in Goa seit den 60ern nicht besonders kulturell angepasst haben. Die Nacktbader an den Stränden locken Spanner aus ganz Indien an. Auch sonst hat der Hippie nur schlechtes nach Indien gebracht. Freie Liebe ist wie ein Schock für Menschen, die arrangierte Ehen normal finden und ihren Ehepartner noch nie nackt gesehen haben. Drogen- und Junkietourismus haben dazu geführt dass hier sehr strenge Gesetze hersschen. Für ein bisschen Gras, hier nennt man es Ganja, wandert man mal eben 10 Jahre in den Bau. Da verkneift man sich doch den Joint glatt für ein paar Monate. Kurz gesagt, der Hippie verkörpert alles, was schlechtes aus dem Westen kam.
Gar keine Freunde haben sich auch eine Gruppe Deutsche gemacht, deren Geschichte ich euch erzählen will.
Eine deutsche Bekannte hier vor Ort traf auf ein paar traurig dreinblickende Deutsche in einem Café in Chennai. Nachdem sie ihr erzählt hatten, wie sie mit dem VW-Bus eine lange Tour von Deutschland bis hierher unternommen hatten, aber trotzdem keine gute Laune aufkommen wollte, hakte sie nach. Durch ihre unnachahmlich sympathische Art erfuhr sie schliesslich, dass der Hippiebus mitten in der Nacht einen Fussgänger überfahren hatte. Sie haben angehalten um ihm zu helfen, aber es war zu spät. Umringt von einer Traube Einheimischer, Polizei und ein paar Weissen verstarb das Opfer noch vor Ort. Für die Deutschen ging es jetzt natürlich erst richtig los. Und zwar ab auf die Polizeiwache.
Doch sie hatten einigermaßen Glück und kamen auf Kaution raus bis zu ihrem Gerichtsverfahren, durften aber Chennai nicht verlassen. Und so saßen sie dann da, in einem Café und warteten die Zeit ab. Der konsultierte Anwalt hatte ihnen mitgeteilt, ihre einzige Chance sei sich schuldig zu bekennen und ein Jahr Gefängnis abzusitzen. Für eine andere Lösung mit bakhshi (Schmiergeld) war es schon zu spät.
Dienstag, 5. August 2008
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